MiGeL-Abrechnung ab 01.04.2019

Inkontinenz

15. Inkontinenzhilfen 

Es sind in dieser Produktgruppe aufsaugende und ableitende Inkontinenzhilfen sowie Zubehör, und Therapiegeräte aufgeführt. Inkontinenz ist das ungenügende Vermögen, Urin- und/oder Stuhlabgang willkürlich zu kontrollieren, so dass es zu ungewolltem Abgang von Urin oder Stuhlgang kommt.

Auf unseren Rechnungen ist jeweils die MiGeL-Positions-Nummer angegeben, damit Ihre Krankenversicherung die Jahreskosten pro rata ermitteln kann.

Inkontinenzgrade bei Erwachsenen:

  • Leichte Inkontinenz mit Urinverlust < 100 ml/4 h begründet keine Vergütung von aufsaugenden Inkontinenzprodukten durch die OKP. Dazu gehört Stressinkontinenz mit Urinverlust in kleinen Mengen bei bestimmten Belastungssituationen wie Niesen, Husten, Lachen, Sport. Inkontinenzprodukte sind hier im Rahmen der Eigenverantwortung bis andere, nachhaltige Therapieformen ansprechen.
  • Mittlere Inkontinenz: Urinverlust 100 – 200 ml/4h, und Abgang von mittleren bis grösseren Urinmengen in unregelmässigen Abständen und/oder starker Harndrang mit nicht mehr beherrschbarem Urinabgang.
  • Schwere Inkontinenz: Urinverlust > 200 ml/4h, z.B. bei Dranginkontinenz, Reflexinkontinenz (neurogen, pathologischer spinaler Reflex, ohne Gefühl für Harndrang). Plötzliche, vollständige Blasenentleerung mit grossen Urinmengen.
  • Totale Inkontinenz: Unkontrollierter, dauernder Urin- und Stuhlabgang.
Indikation und Verordnung durch einen Arzt unter Angabe des Inkontinenzgrades

Vom Arzt neu als inkontinent nach MiGeL diagnostizierte Versicherte werden vorerst in die Kategorie der mittleren Inkontinenz eingestuft und haben Anspruch auf Vergütung des entsprechenden HVB (Höchstvergütungsbeitrag) pro rata, sofern sie nicht zweifelsfrei dem totalen Inkontinenzgrad zugeordnet werden können. Änderungen der Kategoriezugehörigkeit erfolgen ausschliesslich durch begründete ärztliche Diagnose und Verordnung.

15.01. Aufsaugende Inkontinenzprodukte 

  • Enthalten sind aufsaugende Einweg- und Mehrweg-Inkontinenzprodukte, inklusive Unterlagen und Fixierhosen. Urinalkondome sind nicht enthalten, sondern werden über eine eigene Position vergütet. Slipeinlagen, Monatsbinden und Penistaschen zur Aufnahme kleiner Ausscheidungsmengen sind von einer Vergütung ausgeschlossen. 
  • Limitationen:
    • Ab einer Inkontinenz von mindestens 100 ml/ 4h. Bei leichterer Inkontinenz erfolgt keine Rückvergütung durch die obligatorische Krankenversicherung.
    • Ab dem vollendeten 41. Lebensmonat. Ausgeschlossen ist die normale infantile Inkontinenz
15.01.01.00.1 Aufsaugende Hilfsmittel für mittlere Inkontinenz

Pro Jahr (pro rata) SFr. 542.00
gültig ab 01.04.2019

15.01.02.00.1 Aufsaugende Hilfsmittel für schwere Inkontinenz

Pro Jahr (pro rata) SFr. 1’108.00
gültig ab 01.04.2019

15.01.03.00.1 Aufsaugende Hilfsmittel für totale Inkontinenz

Pro Jahr (pro rata) SFr. 1’579.00
gültig ab 01.04.2019

In speziellen medizinisch begründeten Fällen (z.B. bei Verhaltensstörungen im Rahmen von Demenzerkrankungen, Stuhlinkontinenz mit chronischer Diarrhoe) können auf vorgängige besondere Gutsprache des Versicherers, der die Empfehlung des Vertrauensarztes oder der Vertrauensärztin berücksichtigt, höhere Vergütungsbeträge jeweils für 1 Jahr bewilligt werden, sofern eine zweckmässige und wirtschaftliche Anwendung der Produkte gewährt ist.

15.01.04.00.1 Produkte bei Enuresis nocturna: Bettunterlagen und Windelhöschen

Pro Jahr (pro rata) SFr. 105.00
gültig ab 01.04.2019

Limitation: Bei Kindern nach dem vollendeten 5. Lebensjahr

Weitere Informationen und alle Änderungen per 01.04.2019 der MiGeL Verordnung finden Sie hier.